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Endspurt!

Autor: JaninaEhses | Datum: 01 Juli 2013, 16:40 | Kommentare deaktiviert

Erst mal an alle ein fettes SORRY, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt – aber Ihr wisst ja, wenn Ihr nichts von mir hört, läuft‘s rund. Und so ist es. Ich bin hier gerade einfach am leben, sprich: viel am arbeiten, Freunde treffen, kochen, lachen, weinen, erschöpft sein, singen, tanzen, einkaufen, Wäsche waschen, Besuch empfangen, telefonieren und SMS schreiben, viel am nachdenken und verstehen (oder manchmal auch einfach nicht), Filme gucken, Krankenbesuche abstatten, basteln und improvisieren, joggen gehen, Lebensgeschichten und Geldumstände hören, die Umgebung erkunden und Beerdigungen miterleben.

Was die letzten Wochen noch voller gestaltete, waren die bevorstehenden Hochschulbewerbungen, die mich zunächst ein wenig überforderten. Da bin ich mit Kopf und Herz hier und muss mich von jetzt auf gleich nach Deutschland denken… Wo möchte ich studieren und wohnen? Erfülle ich die Bedingungen? Bin ich gut genug? Gibt es Wohnmöglichkeiten? Und sofort stand ich unter DRUCK. Dieses Gefühl verspürte ich in dieser Form schon lang nicht mehr und ich muss sagen, es hat mir wirklich nicht gefehlt! Obwohl das oft fehlende Internet es mir nicht gerade leichter machte, kann ich letztlich ganz tansanisch von mir behaupten: ‚nimeshinda‘. Das heißt so viel wie, ich hab’s geschafft bzw. wörtlich übersetzt ich habe gesiegt.  

Außerdem bekam ich dann vor zwei Wochen Besuch von meiner Schwester und meiner besten Freundin. Ich konnte es kaum glauben, sie auf einmal hier in Lutindi rumlaufen zu sehen, Ihnen Arbeit, Freunde, Umgebung und Umstände zeigen zu können, mit Ihnen bis in die tiefste Nacht zu quatschen, den selben Humor zu teilen und schließlich festzustellen, dass genau das meine Heimat ist, dass ich genau DAS bin und das es doch auch was hat wieder in das so tief Vertraute zurückzukehren – Deutschland, Wuppertal, Zuhause. Besonders gut tat einfach das Verständnis, welches beide nun ganz anders für mich, mein Leben hier, meine Erfahrungen und Erzählungen aufbringen können. Ich kann mir zum Beispiel bei den beiden sicher sein, dass sie nicht mehr über mein Jahr in AFRIKA sprechen werden, sondern vielmehr über mein Leben in Tansania, in den Usambarabergen, in Lutindi.

Nun sind es nur noch 7 Wochen und es gilt jetzt nochmal richtig auf’s Gas zu drücken. Die letzte Woche musste ich wieder 7 Tage arbeiten und immer lange, so dass ich da natürlich zu nichts kam. Und jeden Tag fragen mich mehr und mehr Leute, wann ich denn nochmal vorbei komme oder wann wir noch an den und den Ort wandern, wann ich mir denn nochmal das Fußballspiel angucke usw..

Erst machte mich das ein wenig verrückt, weil ich merkte ich schaffe sowieso nicht mehr alles, jedoch gebe ich einfach mein Bestes und was klappt klappt und was nicht dann eben nicht. Ich sage immer, dieses Jahr ist ja nicht das Ende sondern erst der Anfang. Insofern genieße ich gerade in vollen Zügen meine Endzeit und versuche die gemischten Gefühle ein wenig beiseite zu schieben.

Wir sehen uns dann also nach meinem Sprint!

Alles Liebe, eure Janina