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Wir haben doch keine Zeit!

Autor: JaninaEhses | Datum: 22 April 2013, 21:05 | Kommentare deaktiviert

Obwohl dieser Satz eigentlich von Stefan Raab stammt, möchte ich ihn nun auch verwenden, denn er trifft momentan völlig auf mein Leben zu. Ich könnte auch wie ein Langzeitpatient (die Type in Lutindi) sagen: time inaenda, fanya bidii – sprich: die Zeit läuft, beeil dich bzw. sei eifrig. Und so ist es. Nun sind es noch vier Monate und ich möchte noch sooooo viel unternehmen, ganz viele Leute besuchen, Orte rund um Lutindi sehen usw… Es ist echt spannend nun so richtig hinter die Kulissen zu schauen, die verschiedenen Persönlichkeiten zu erleben, die Beziehungen  hier untereinander richtig nachvollziehen zu können, in zwischenmenschlicher Interaktion zu stehen, Ratschläge weiterzugeben und ebenso zu erhalten, Lebenserfahrungen zu teilen und zu diskutieren und es zu genießen ein Teil von Lutindi zu sein.

Ohne es zu wollen hat sich einfach so manche Gewohnheit eingeschlichen, welche ich nicht mehr missen möchte. Und obwohl es manchmal nur Kleinigkeiten sind machen sie mich glücklich. Was ich meine? Bitte, hier die Kurzfassung:

- Der erste Ort, wo ich jeden Morgen eintreffe ist: das Café. Dort arbeitet Dada Viki, die mittlerweile eine echte Freundin ist und sogar manchmal ein wenig mein Mutterersatz ist. Sie fordert viel, gibt mir öfter den kleinen Tritt den ich nötig habe, lehrt mich im Haushalt und sonstigen Lebensfragen und ist immer für einen Spaß zu haben. Somit beginnt fast jeder Morgen fröhlich und gepusht.

- Bei wem ich auf jeden Fall auch immer vorbeischauen muss ist dann Tumaini. Er ist erst seit kurzer Zeit im Hospital tätig, jedoch kannte ich ihn schon vorher. Ein kurzer Austausch wie der letzte Tag war, wie man sich fühlt und was man denn heute so vor hat ist immer drin. Cool ist, dass er den Schmuck und gebräuchliche Dinge aus Naturgegenständen herstellt, sprich er ist ebenso kreativ wie ich. Somit ist eine gegenseitige Inspiration nur vorprogrammiert.

- In der Mittagspause treffe ich dann wieder im Café ein und koche mir was kleines, manchmal auch noch mit anderen Mitarbeitern. Seit dem Zwischenseminar esse ich eigentlich kaum noch mit Blauths zusammen, stattdessen chillen Tumaini, Suleman (der Gärtner), welcher oft frischen Spinat aus dem Garten mitbringt und manchmal noch Patienten in der Sisalwerkstatt, hören Radio, unterhalten uns, lachen viel und ruhen uns aus. Oder ich gehe zum Tierbereich, wo ganz viele Mitarbeiter zusammensitzen und sich freuen mir immer mehr Fragen über Deutschland, die Systeme und Verhaltensweisen zu stellen.

-Nachmittags kommt dann immer der Langzeitpatient zu mir gerannt, welcher mir den Namen ‚Samina‘ verpasste  und bringt mir ‚Mapera‘ also Guave. Diese Frucht ist immer wieder ein Genuss.

- Jeden Dienstag und Samstagnachmittag gibt es ‚Ukoko‘. Pünktlich um vier stehe ich in der Hospitalsküche auf der Matte und freue mich schon darauf. Ukoko ist nichts anderes als der ein wenig angebrannte Reis. Hmm schön knusbrig und mit ein wenig Soße super lecker. Eigentlich schlagen sich da immer nur die Patienten drum, nun bin ich mit dabei!

- Jeden Tag suche ich mindestens zwei Mal meinen Schlüssel. Flora fragt mich also immer vormittags und nachmittags ein Mal, wo ich denn dieses Mal meinen Schlüssel hingesteckt habe. Röcke oder Kangas haben ja keine Tasche, somit ersetzt mein BH meine Hosentasche.

- Bevor ich dann nach der Arbeit nach Hause gehe, treffe ich nochmal in der Sisalwerkstatt ein und höre mit Flora Radio. So gegen 17 Uhr gibt es immer die coolsten Lieder. Meistens tanzen wir dann und erzählen uns dabei was an diesem Tag so passiert ist oder planen die nächsten Tage.  Mit einem Bongoflavourohrwurm gehe ich dann meistens nach Hause.

- Bevor ich dann abends in meinen Raum zurückkehre rede ich oft noch mit Mama Godi, die in dem kleinen Lädchen neben meinem Zimmer arbeitet. Sie ist direkt und richtig lieb. Dank ihr werde ich momentan immer schön regelmäßig daran erinnert, dass ich ja immer mehr zunehme. Gut zu wissen, dass sich die Leute freuen wenn man zulegt, also bekomme ich oft Komplimente von ihr.

Ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber den Rest und so viel mehr gibt es dann face to face in Deutschland.

Wie ihr seht geht es mir weiterhin gut, besonders deshalb weil ich mittlerweile meine Freunde-Familie gefunden habe und außerdem gerade ganz viel rumkomme.

Eine gute Zeit in Deutschland, eure Janina